Qigong-Ausbildung
Ausbildungsaufbau
Auszug aus den Ausbildungsrichtlinien der Deutschen Qigong Gesellschaft e.V.
Den vollen Text finden Sie unter http://www.qigong-gesellschaft.de/
Die Organisation und Durchführung der Ausbildung erfolgt durch AusbilderInnen, die Mitglieder der Deutschen Qigong Gesellschaft sind und über eine langjährige Erfahrung im Praktizieren und Unterrichten von Qigong verfügen.
Ausbildungsorganisation
Die Ausbildung erfolgt in 2 Stufen, die als in sich abgeschlossene, aber aufeinander aufbauende und sich ergänzende Einheiten konzipiert sind. Die Mindestausbildungs-oder Unterrichtszeiten sind:
| Stufe 1: Kursleiter/in | = 250 Unterrichtsstunden | = 187,5 Zeitstunden |
| Stufe 2: Lehrer/in | = 250 Unterrichtsstunden | = 187,5 Zeitstunden |
| Gesamt | = 500 Unterrichtsstunden | = 375 Zeitstunden |
Abschlüsse/Zertifikate
Am Ende einer jeweiligen Ausbildungsstufe findet ein Abschlusscolloquium statt. Auf der Stufe 1: Kursleiter/in wird dabei eine schriftliche Prüfung, eine praktische Lehrprobe von 30 min Dauer und ein mündliches Prüfungsgespräch von ebenfalls 30 min durchgeführt. Außerdem wird die Vorlage einer schriftlichen Hausarbeit im Umfang von 5-20 DIN A4-Seiten zu einem Qigong-relevanten Thema erwartet.
Das Abschlusscolloquium auf Stufe 2 beinhaltet eine schriftliche Prüfung (15 Fragen zur TCM und 15 Fragen zur Übungspraxis), eine Lehrprobe (30min) und eine mündliche Abschlussprüfung (30min). Auch auf dieser Stufe ist die Vorlage einer schriftlichen Hausarbeit Voraussetzung zur Teilnahme am Abschlusscolloquium!
Bei erfolgreicher Teilnahme an den Abschlusscolloquien erhalten die Absolventen Zertifikate, die als Ausbildungsnachweise dienen. Nach Abschluss der Stufe 1 wird das Zertifikat "Kursleiter/in der DQGG", nach Abschluss der Stufe 2 das Zertifikat "Lehrer/in der DQGG" verliehen. Die Zertifikate berechtigen Qigong eigenverantwortlich zu unterrichten und weiterzugeben.
1. Stufe: Basisstudium
Qigong-Theorie
- Grundbegriffe des Qigong
- Geschichte und Tradition des Qigong (Richtungen, Stile, Systeme)
- Innere und äußere Haltung beim Qigong
- Möglichkeiten und Grenzen des Qigong
- Umgang mit Notfällen, Kenntnisse in 1. Hilfe
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
- Grundlagenwissen zur Lehre von Yin und Yang, den 5 Wandlungsphasen, den Vitalsubstanzen und dem Meridiansystem
- Erfassung grundlegender Zusammenhänge von TCM-Theorie und Qigong-Praxis
- Anwendung und Verdeutlichung der TCM anhand praktischer Übungen
Pädagogik/Didaktik
- Allgemeine Theorie und Praxis des Qigong-Unterrichts
- Unterrichtsführung/-stile/-formen
Qigong-Praxis
Basisübungen; dazu gehören u.a.:
Stufe 2: Lehrer/in
Qigong-Praxis
- Kenntnis von 2 weiteren längeren Übungsreihen aus dem Bereich des bewegten Qigong .
- Vertiefte Erfahrungen mit dem Stillen Qigong
- Basiserfahrungen mit dem System des Spontanen Qigong (Zifagong)
- Es wird eine regelmäßige individuelle Selbstübungspraxis erwartet (0.5 Stunden täglich)
Qigong-Theorie
- Vertiefung der Inhalte aus Stufe 1
- Philosophische und theoretische Grundlagen des Qigong (Daoismus, Konfuzianismus, Buddhismus)
- Möglichkeiten und Grenzen von Qigong in verschiedenen Einsatzbereichen
- Grenzen der eigenen Möglichkeiten
Traditionelle Chinesische Medizin
- Die Zang/Fu-Organe als energetische Funktionskreise
- Einführung in die Diagnostik und Pathologie der TCM
- Es gilt ein Verständnis zu schaffen für die ganzheitliche Betrachtungsweise des Menschen durch die TCM, für die Ansichten der TCM über Krankheitsentstehung, -vorbeugung, -therapie, sowie den Stellenwert von Qigong in diesem Zusammenhang!
Pädagogik/Didaktik
- Auseinandersetzung mit der eigenen Motivation Qigong zu unterrichten (Auftrag, Vermarktung, Entertainment)
- Kenntnis gruppendynamischer Gestaltungsprozesse und Training eines angemessenen Umgangs mit den Rollen, Funktionen und emotionalen Bewegungen von TeilnehmerInnen in Qigong-Gruppen (z.B. Widerstand, Kritik, Frustration, Resignation etc.).
- Didaktische Kompetenz: z.B. Themenschwerpunkte setzen zu können, stoffliche Reduktion, Methodenauswahl, Medieneinsatz, Anpassung der Übungen an spezifische Bedürfnisse der TeilnehmerInnen etc.
- Erlernen der Fähigkeit zur korrigierenden Unterstützung und Hilfe
- Mit zunehmender Dauer der Ausbildung auf Stufe 2 sollte der Umfang der eigenverantwortlichen Unterrichtstätigkeit größer werden. Insgesamt müssen mindestens 60 Zeitstunden (= 80 Unterrichtsstunden) eigenverantwortlicher Kursunterricht nachgewiesen werden, die auch teilweise nach dem Abschlusscolloquium noch erbracht werden können. Regelmäßige Lehrproben bzw. Unterrichtsversuche und deren Supervision in den Ausbildungsgruppen selbst sind ebenfalls wichtige Bausteine der Ausbildung.
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